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Seit jeher gibt es unter den Menschen jene, deren Sinne besser entwickelt sind als die anderer. Sie sind schneller, wendiger, intelligenter. Wie es dazu kommt, dass diese Menschen besser sehen, hören, riechen oder schmecken als alle anderen? Niemand weiß es. Mythen und Theorien ranken sich um diese Art von Menschen, die Wissenschaft forscht und forscht, doch auf Ergebnisse hofft man vergebens. "Es ist einfach so", sagen die meisten.

Sentinel, so nennt man jene Menschen.
Doch ihre Fähigkeiten bringen mehr Unglück als Glück. Dabei klingt es doch eigentlich wunderbar, nicht wahr? Doch seit jeher sind sogenannte "sensory overloads" das Schicksal eines jeden Sentinels, Anfälle, die einer Panikattacke gleichen.
"Es ist, als würde einfach alles über dir zusammenstürzen, dir wird schwarz vor Augen, jedes noch so leise Geräusch, jeder noch so unbedeutender Geruch wird auf einmal zu viel, viel zu viel, und du willst dir nur noch Augen, Nase, Ohren herausreißen, in der Hoffnung, dass es endlich aufhört.", so beschrieb ein gefragter Sentinel einst diese sensory overloads. Wann sie kommen, kann niemand sagen. Was der Auslöser ist? Auch das weiß man nicht sicher. Doch eine erschreckende Gewissheit gibt es: Je älter ein Sentinel wird, desto häufiger treten sensory overloads auf - bis sie den Sentinel schließlich in den Wahnsinn treiben.

Glücklicherweise gibt es die Guides.
Übermenschliche Fähigkeiten sucht man bei ihnen vergebens. Denn - rein körperlich - sind sie ganz normale Menschen, kein Unterschied findet sich zwischen ihnen und den Baselines. Und dennoch besitzen Guides die Fähigkeit, einen Sentinel aus seinem sensory overload zu rufen - wie? Es lässt sich nicht erklären.
Ein Sentinel brachte es mit einigen wenigen Worten auf den springenden Punkt, die Fähigkeiten seines Guides zusammenzufassen: "Sie schafft es, dass alle diese Geräusche, Gerüche, Geschmäcker, diese vielen unendlichen Dinge einfach nichts werden. Alles, was ich noch höre, ist ihr Herzschlag. Alles, was ich noch sehe, sind ihre Augen. Alles, was ich noch rieche, ist ihr Parfüm. Sie ist das einzige Wichtige, das in diesem Moment zählt."
Es ist unschwer zu erkennen, dass der Sentinel einen Bond
mit diesem Guide eingegangen ist. Einen Soulbond, die stärkste Verbindung, die es zwischen zwei Menschen gibt. Nur so ist es Sentinels möglich, dem Wahnsinn zu entkommen, in den sie ansonsten unweigerlich verfallen.

Ein Bond kann zwischen einem Guide und einem Sentinel eingegangen werden, die miteinander kompatibel sind. Es kommt immer auf das Verhältnis der Beiden an, welches ausmacht, wie stark der Bond ist. Bondpairs, welche nur sehr schwach mit einander kompatibel sind, werden immer Gefahr laufen, dass sich ihr Bond auflöst. Hingegen ist es bei einem Paar, das besonders kompatibel ist, kaum möglich, den Bond wieder aufzulösen. Die Kompatibilität des Paares ist auch ausschlaggebend für die Fähigkeit des Guides, seinen Sentinel aus den sensory overloads zurückzuholen. Selbst einem perfekt ausgebildeter Guide wird es schwerfallen, einen Sentinel zurückzuholen, mit welchem er nicht kompatibel ist.
Im Gegenzug dazu kann es sein, dass ein Sentinel, der seinen perfekten Soulmate gefunden hat, nie wieder an einem sensory overload leiden muss - und das ist es wohl, was sich ein jeder Sentinel wünscht.
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